Neuseeland Südinsel • Tag 6 • Maruia Falls ➝ Hokitika
Willkommen an der Westküste
Maruia Falls ➝ Westport ➝ Hokitika
Reisedatum: 24.10.2015
Da es nach wie vor noch bewölkt ist, lassen wir es langsam angehen. Als wir fertig sind schauen wir uns die Maruia Falls näher an. Von der Aussichtsplattform, oben am Parkplatz, steht man kurz hinter dem Punkt, wo die Wassermassen den Felsvorsprung hinunter preschen.
Ein kurzer Weg führt durch ein paar Bäume hinunter bis zum Fuß der Maruia Falls. Hier kann man aus einiger Entfernung sehen, wie das Wasser fällt. Ich finde Wasserfälle immer wieder faszinierend. Ich setze mich auf einen der dicken Steine in die inzwischen aufkommende Sonne und warte bis Christian genug Fotos gemacht hat.
Gegen halb Elf machen wir uns auf den Weg. Wir fahren zurück zum SH6 und folgen diesem in Richtung Westport. Die Straße ist relativ kurvig und führt durch das Gebirge. Gerade zum Anfang der Straße kommen noch zwei bis drei Möglichkeiten für Freedom Camping. Einige Kilometer später folgt auf der linken Seite ein DOC Campingplatz, auf den wir einen Blick werfen.
Übernachtungsmöglichkeit für Camper
Wir folgen der Upper Buller Gorge Road und die Landschaft wird immer spannender. Zunächst geht es durch den Lower Buller Gorge, anschließend durch den Buller Gorge. (Gorge = Schlucht) Die Straße windet sich an dem Canyon entlang und der Blick auf den breiten Buller River ist schon beeindruckend. Zum Glück kommen immer mal wieder kleine Haltebuchten, wo wir für einen Fotostopp Halt machen können. So auch der bekannte Kilkenny Lookout.
Die Straße wird zum Teil sehr eng und die Felsen hängen tief, für alle Fahrzeuge bis zu vier Metern sollte das aber kein Problem darstellen. Zusätzlich kommen einige uns inzwischen schon allzu bekannte One-Lane-Bridges.
Nachdem wir den Canyon verlassen haben und die Landschaft wieder von Wiesen und Feldern dominiert wird, erreichen wir Westport und somit die Westküste. Wir fahren in das Zentrum des relativ unscheinbaren Örtchens. Auf dem Parkplatz des Countdown Supermarktes (und auch bei New World um die Ecke) gibt es eine kostenlose Dumpmöglichkeit und sogar Frischwasser.
Anschließend verlassen wir Westport wieder, überqueren den Buller River und biegen Richtung Küste zum Cape Foulwind ab. Wir folgen der gleichnamigen Küstenstraße bis zum Ende. Am Ende gibt es, gut ausgeschildert, eine Seal Kolonie die von einer Plattform beobachtet werden kann.
Endlich mal ein Parkplatz der vernünftig ist – eine Seltenheit hier in Neuseeland, dass es Parkplätze für Camper gibt. Hier ist das der Fall und es ist nicht besonders viel los, so dass wir fast freie Auswahl haben. Einige Minuten Fußmarsch sind es über einen Hügel bis zur Aussichtsplattform. Mit Kindern sollte hier unheimlich aufgepasst werden, direkt neben dem Fußweg geht es ohne Abgrenzung steil und tief bergab.
An der Plattform steigt uns zunächst der typische Geruch der Seelöwen in die Nase. Die riechen wirklich penetrant. Aber der Anblick vor allem der teilweise winzigen Sealbabys entschädigt uns für den Geruch. Die Seelöwen liegen teils faul auf den Steinen, teils planschen sie im Wasser oder robben von einem Stein zum anderen. Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen. Es ist tierisch windig hier oben, so dass wir uns auf den Rückweg machen. Von hier aus startet eine Wanderung an der Küste entlang zu einem Leichtturm, auf den wir aber aufgrund des starken Windes verzichten.
Den Aussichtspunkt auf der Hälfte des Weges nehmen wir allerdings noch mit. Vorne an der Spitze ist ein Fernrohr angebracht, durch das man – kostenlos – auf eine vorgelagerte Steininsel schauen kann. Mit einem Blick durch das Rohr, können unter Umständen Pinguine gesichtet werden. Dieses Glück bleibt uns mal wieder vergönnt. Dafür sehen wir neben zahlreichen Wasservögeln, planschende Seelöwen in einem kleinen Pool – auch ganz sehenswert.
Über die durchgängig geteerte Wilsons Lead Road fahren wir zurück zum Highway. Der Nachmittag ist gerade angebrochen und wir machen uns auf den Weg Richtung Süden. Die Strecke führt noch einige Kilometer durch das Landesinnere, eh sie zurück zur Küste führt.
Die Küstenstraße hat es landschaftlich mal wieder in sich. Hinter jeder Kurve liegt eine weitere traumhafte Bucht. Weißer Sand, weiße Schaumkronen tanzen auf den Wellen und das kilometerweit. Eine malerische Bucht folgt der nächsten. Zum Glück gibt es auch hier immer mal wieder Haltebuchten und sogar einen Viewpoint dessen Aussicht allerdings bei Weitem nicht so schön ist, wie an manchen Haltebuchten.
Kurz nachdem wir Punakaki erreicht haben und um die nächste Kurve biegen, sehen wir auch schon einen der Touristenmagnete der Westküste – die Pancake Rocks. Schmal aufeinander geschichtete Felsen, die aussehen als hätte man kleine Pfannkuchen gestapelt. Es gibt eine Haltebucht und wir machen ein Foto aus der Ferne.
Hinter der nächsten Kurve liegt auf der linken Seite ein riesiger Parkplatz, wo dementsprechend viel los ist. Auf so einen Touristenrummel haben wir wenig Lust. Der Blick auf die Pancake Rocks aus der Ferne hat uns gereicht. Vom Parkplatz aus führt ein Weg bis zum Strand und den berühmten Felsen. Wir fahren am Parkplatz vorbei und folgen der Straße durch Wiesen und Felder. Dann kommen wir wieder zur Küste, bekommen traumhafte Buchten zu Gesicht und fahren dann abermals ein Stück in das Landesinneres.
Das geht so lange, bis wir schließlich Greymouth erreichen. Hier gibt es auch die nächste Tankmöglichkeit (wesentlich günstiger als im Norden) und wir füttern unseren Camper bis er randvoll ist. Anschließend fahren wir eine Runde durch die zwar nette, aber verlassen wirkende Stadt. Es gibt hier und da wirklich ansehnliche Gebäude. Viele Häuser und Gebäude stehen jedoch leer.
Wir verlassen die Stadt und folgen der Küstenstraße weiter gen Süden. Es folgen viele kleine Örtchen, Wiesen, Felder, Schafe und Kühe, ehe wir den Ort Hokitika erreichen. Hier gibt es einige nette Wanderwege. Da wir heute Samstag haben und wir die Wochenenden hier auf Neuseeland´s Südinsel noch nicht einschätzen können, machen wir uns direkt auf den Weg zu unserem geplanten Campingplatz. In Nordamerika ist selbst außerhalb der Saison an den Wochenenden fast jeder Campingplatz gut gefüllt, da neben den Touristen auch die Einheimischen campen gehen.
Zehn Kilometer weiter südlich erreichen wir die Einfahrt zum Lake Mahinapua. Die Anfahrt ist wirklich spannend, denn wir fahren ein ganzes Stück durch eine Art Regenwald. Der Wald hat etwas märchenhaftes und wir würden uns nicht wundern wenn uns jeden Moment ein Affe auf das Dach gesprungen käme.
Aber nichts passiert und wenige Minuten später erreichen wir wieder das Tageslicht und somit den Parkplatz und die beiden großzügigen Wiesen des Campingplatzes. Wir stellen fest, die Neuseeländer scheinen in der Nebensaison tatsächlich keine großen Camper zu sein. Dieser wirklich nett gelegene Lake Mahinapua DOC ist selbst an einem Samstag nur von wenigen Campern bevölkert. Wir suchen uns einen schönen Platz vor den Bäumen und genießen die letzten Sonnenstrahlen am See.
Leider ist es stark bewölkt, so dass die Berge in der Ferne nicht zu sehen sind. Anschließend essen wir zu Abend und lassen den Abend ruhig ausklingen. Die Ruhe ist ein Traum, hier und da zwitschern die Vögel und zwei Weka-Damen beehren uns inklusive Nachwuchs mit ihrem Besuch.
Zum Sonnenuntergang ist das Licht am See besonders schön, aber es wird auch schon ganz schön frisch. Also schnell warm anziehen und zurückziehen.
gefahrene Strecke: 289 Kilometer
Lake Mahinapua DOC
GPS: -42.794682, +170.901062
Ohne Service, 12NZD für 2 Personen
♥♥♥♥♥ Zehn Kilometer südlich von Hokitika, in der Nähe des State Highway 6 liegt der Lake Mahinapua. Eine kurze, gut zu befahrene Schotterstraße führt durch einen verwunschenen Wald, bis zum Campingplatz. Der Platz liegt in unmittelbarer Nähe zum Lake Mahinapua. Bei klarem Wetter ist die Bergwelt im Hintergrund sehr schön zu sehen. Trotz der Nähe zum Highway ist kein Autolärm zu hören, da genug Wald dazwischen liegt. Je nach Windlage ist allerdings das Tosen der Wellen am, ein paar Kilometer weit entfernten Strand zu hören. ♥♥♥♥♥ Die Einfahrt zum DOC Campingplatz liegt am SH6, direkt gegenüber des Hotels und ist gut ausgeschildert. Die Anfahrt erfolgt durch einen spannenden, gut zu befahrenden Waldabschnitt. ♥♥♥♥♥ Die Ausstattung ist für einen Standard-Platz entsprechend. Es gibt zwei Toilettenhäuschen und eine Solardusche. Es gibt sogar Mülltonnen, was wir auf einem DOC Platz das erste Mal sehen. Ein Küchenshelter befindet sich in der Mitte des Platzes und Picknickplätze auf der Wiese am See. Zahlreiche Wanderwege (unterschiedlicher Länge) starten ab dem Campingplatz am Lake Mahinapua. ♥♥♥♥♥ Die Stellplätze sind sehr nett gelegen. Es gibt zwei große Wiesen, wo du dir einen freien Platz aussuchen kannst. Die Wiesen sind an Büsche und Bäume angrenzend, wo es immer wieder nette Nischen gibt. Es befinden sich leider keine Stellplätze direkt am See, dort sind nur die Picknickplätze. Der See liegt allerdings nur ein paar Meter, durch eine Wiese von den Stellplätzen entfernt. ♥♥♥♥♥ Durch die vorhandenen Mülltonnen war der Platz bei unserem Besuch sehr sauber. Nirgendwo lag Müll herum. Auch die Toilettenhäuschen waren okay. ♥♥♥♥♥ Der relativ große Platz ist durchaus 6NZD pro Person wert. Er liegt sehr nett am See und war sehr gepflegt. Preis-Leistung ist nach meiner Meinung sehr gut.
- Camping am Lake Mahinapua